Manchmal zeigt sich in einer Sitzung, dass ein Thema nicht aus einem einzigen Moment stammt, sondern sich über mehrere Jahre hinweg aufgebaut hat. Nicht ein Ereignis, sondern viele kleine, die zusammengehören, auch wenn sie zeitlich weit auseinanderliegen.
So war es bei einer Klientin, mit der ich in letzter Zeit gearbeitet habe.
Was sich dabei zeigt
Ein Thema, das sich über Jahre erstreckt, fühlt sich im Alltag oft diffus an. Nicht wie ein einzelner Auslöser, sondern wie etwas, das immer wieder auftaucht, in unterschiedlichen Situationen, zu unterschiedlichen Zeiten. Viele haben das Gefühl, „daran arbeiten“ zu müssen, ohne genau zu wissen, woran eigentlich.
Das liegt oft daran, dass mehrere Punkte aus verschiedenen Jahren zusammenwirken, statt an einer einzigen Stelle zu sitzen.
Wie ich dabei arbeite
Bei meiner Klientin konnte ich sehen, dass ihr aktuelles Thema aus mehreren früheren Zeitpunkten gespeist wird, jeder mit seinem eigenen Gewicht. Dieses Sehen ist der Teil meiner Arbeit, der es möglich macht, wirklich in die jeweilige Energie hineinzugehen, statt nur an der Oberfläche zu bleiben.
Erst wenn ich in eine bestimmte Zeit hineinschauen kann, wird spürbar, was dort noch aktiv ist und was gebraucht wird, damit es sich lösen kann.
Warum das den Prozess verändert
Wenn man weiß, welche Zeiten beteiligt sind, muss man sie nicht mehr alle auf einmal oder ungeordnet bearbeiten. Man kann Punkt für Punkt vorgehen. Das macht die Arbeit oft spürbar schneller, nicht weil weniger da ist, sondern weil klarer wird, wo man ansetzt.
Genau das haben wir gemacht: Schritt für Schritt die einzelnen Zeiten aufgesucht und aufgelöst.
Was sich für meine Klientin dadurch verändert hat
Mit jedem gelösten Punkt kam ein Stück mehr Freiheit dazu. Kein einzelner großer Durchbruch, sondern eine Bewegung, die sich über die Sitzungen hinweg aufgebaut hat.Genau darin liegt für mich der Wert dieser Arbeit: nicht das schnelle Versprechen, sondern das stetige Stück-für-Stück, das am Ende spürbar wird.