Mit diesen Themen kommen Kunden zu mir – Teil 3: Wenn die Schulter nicht loslassen will

Vor Kurzem schrieb mir eine Klientin eine Nachricht, die ich sinngemäß so oft höre:

„Meine Schulter tut noch immer sehr weh. Ich kann zwar inzwischen besser schlafen und manche Bewegungen gehen inzwischen auch, aber es sticht öfter und von gut bin ich noch weit weg. Ich bin auch unsicher und ängstlich. Ich habe das Gefühl, dass etwas Dunkles an mir zieht.“

Was der Schmerz wirklich zeigt

So beginnt bei mir oft eine Sitzung, in der es gar nicht wirklich um die Schulter geht.Eine Schulter, die einfach nicht loslassen will, ist selten nur eine Schulter. Der Körper spricht in Bildern, die der Verstand erst spät versteht. „Etwas auf den Schultern tragen“, „die Last nicht abgeben können“, „sich nicht fallen lassen dürfen“ – das sind keine Redewendungen, sondern oft genaue Beschreibungen dessen, was energetisch passiert.

Wenn Besserung spürbar ist, aber nicht ankommt, ist das kein Widerspruch. Der Körper macht Fortschritte. Etwas dahinter noch nicht.

Wie sich das im Alltag zeigt

Bei meiner Klientin war es der Schmerz, der bleibt, obwohl der Schlaf besser wird. Bei anderen zeigt es sich anders: eine Unsicherheit, die auftaucht, sobald es körperlich leichter wird. Eine Angst ohne konkreten Anlass. Das Gefühl, dass etwas Dunkles zieht, ohne dass man benennen kann, was es ist.

Das ist keine Einbildung. Das ist der Moment, in dem eine alte Schicht sichtbar wird, weil die oberste bereits in Bewegung gekommen ist.

Was ich bei dieser Klientin erkannt habe

Oft löst sich zuerst das, was am nächsten an der Oberfläche liegt, der akute Auslöser, die jüngste Anspannung. Darunter liegt häufig etwas Älteres: ein Muster, das mit „tragen“ und „aushalten“ zu tun hat, entstanden zu einer Zeit, in der Nachgeben oder Loslassen keine sichere Option war.

Die Angst, die jetzt auftaucht, ist meist kein neues Problem. Es ist ein altes Gefühl, das erst jetzt Raum bekommt, weil der Körper nicht mehr so viel Kraft braucht, um es wegzudrücken.

Warum man an diesem Punkt nicht aufhören sollte

Genau hier brechen viele die Arbeit an sich selbst ab, weil es sich anfühlt, als würde es schlimmer statt besser werden. Dabei ist das oft ein Zeichen, dass sich etwas löst, nicht dass etwas verschlimmert. Was lange festgehalten wurde, meldet sich, bevor es gehen kann.

Bleibt man an dieser Stelle stehen, verfestigt sich die Angst oft wieder, und der Körper übernimmt erneut die Aufgabe, sie zu tragen, meist wieder als Schmerz.

Was als Nächstes möglich wird

Wenn das, was da zieht, wirklich angeschaut und nicht weggedrückt wird, verliert es in aller Regel an Kraft. Nicht sofort und nicht immer geradlinig, aber spürbar. Der Schmerz in der Schulter ist dann oft der letzte Teil, der loslässt, weil er am längsten gebraucht wurde, um zu tragen, was sonst niemand gesehen hat.

Die Schmerzenergien löse ich mit meinen Fähigkeiten auf. Das Tempo dabei gestaltest du selbst. Wenn man in diesem Moment dranbleibt, wird aus dem, was dunkel und ziehend war, meist etwas, das seinen Platz verlieren darf.

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